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Ein Moment Menschlichkeit

  • Autorenbild: JH
    JH
  • 7. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Hallo, du wunderschöne Seele! Wie schön, dass du dich in den Mittelpunkt deines Universums stellst.

 

Heute ist der 2. Advent und ich entzünde mit dir gemeinsam eine weitere Kerze am Adventskranz.

Sie steht für Frieden. Doch bevor Frieden in die Welt fließen kann, braucht er einen Ort, an dem er beginnen darf: in dir.

 

Manchmal vergessen wir das. Wir sehnen uns nach Ruhe, nach Geborgenheit, nach einem Gefühl von „Ich bin gehalten“ und gleichzeitig laufen wir durch unseren Alltag, als bräuchten wir nichts. Als wären wir unabhängig von Zärtlichkeit, Nähe oder dem schlichten menschlichen Bedürfnis, berührt zu werden – körperlich wie seelisch.

 

Doch wir sind fühlende Wesen. Wir sind zutiefst soziale, berührbare Lebewesen. Unsere Haut ist unser größtes Sinnesorgan. Sie spricht eine eigene Sprache: die Sprache von Sicherheit, Verbundenheit und Frieden.

 

Die Familientherapeutin Virginia Satir brachte dieses Wissen einst in eine klare, beinahe einfache Formel. Sie sagte:

 

„Der Mensch braucht ...

4 Umarmungen am Tag, um zu überleben,

8 Umarmungen am Tag, um sich gut zu fühlen und

12 Umarmungen am Tag, um zu wachsen.“

 

Natürlich ist das keine wissenschaftliche Gesetzmäßigkeit. Aber es ist eine Erinnerung an etwas, das wir im Lärm der Welt oft vergessen: Wir brauchen Berührung, damit unsere Seele atmen kann.

 

Auch die Neurobiologie bestätigt das. Körperliche Nähe aktiviert das soziale Nervensystem, den ventralen Vagus – jener Bereich, der uns beruhigt, öffnet und Vertrauen schenkt. Berührung senkt Cortisol, stärkt das Immunsystem, erhöht Oxytocin und lässt uns spüren, dass wir eingebettet sind in etwas Größeres.

 

In diesem Advent wünsche ich dir aber nicht nur Berührung von Haut zu Haut, sondern vor allem Berührungen, die keine Arme brauchen. Wie ein Satz, ein Blick, ein Moment des Gehaltenseins in der Gegenwart eines anderen Menschen. Oder die sanfte Berührung deiner eigenen Hand auf deinem Herzen, als Geste der Zuwendung.

 

Vielleicht spürst du gerade, wie oft du dir selbst Nähe verweigerst. Wie oft du „funktionierst“, während ein Teil von dir nach Wärme ruft. Wie oft du stark bist, obwohl ein leiser Impuls sagt: Halt mich.

 

Deshalb ist dieser Artikel heute ein Moment Menschlichkeit von mir an dich. Eine kleine Streicheleinheit – herzlich und ohne Anspruch, etwas lösen zu müssen. Nur (m)eine Hand auf deiner Seele, die dir sagt:

 

Du darfst weich sein.Du darfst müde sein.Du darfst Nähe brauchen.Du darfst dich ausruhen.Du darfst Mensch sein.

 

Vielleicht fühlst du, wie sich in diesem Moment etwas in dir entspannt. Wie dein Körper aus dem Modus des Aushaltens in den Modus des Empfangens wechselt. Das ist Frieden. Kein großer, weltverändernder Frieden, sondern der stille, leise Frieden im Inneren. Der, der die Welt überhaupt erst berührbar macht.

 

Wenn du magst, dann schenk dir heute eine dieser Streicheleinheiten. Eine ganz bewusste. Vielleicht eine Umarmung. Vielleicht ein tiefes Durchatmen. Vielleicht ein kurzer Moment, in dem du deine Hand warm auf deinen Bauch oder dein Herz legst. Nicht, weil es „hilft“, sondern weil du es verdient hast, gehalten zu sein – von anderen, vor allem aber von dir selbst.

 

Und so zünde ich heute die zweite Kerze an. Für Frieden in dir. Für Frieden zwischen uns Menschen. Und für Frieden, der entsteht, wenn wir einander wieder berühren.

 

In diesem Sinn wünsche ich dir einen friedvollen 2. Advent und mindestens zwölf kleine Streicheleinheiten für deine Seele.

 

Herzliche Grüße und bis bald ...

 

Jeannette




 
 
 

1 Kommentar


Gast
07. Dez. 2025

🫂🥰

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