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Was heilt den Menschen wirklich?

  • Autorenbild: Jeannette Holl
    Jeannette Holl
  • vor 13 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Ein herzliches Hallo du liebevoller Mensch. Schön, dass du da bist.

 

In der letzten Woche war ich drei Tage auf einem Seminar am wunderschönen Ossiacher See in Kärnten. Wie schon so oft in den vergangenen Jahren bin ich auch dieses Mal mit einer Frage im Gepäck dorthin gefahren. Eine Frage, die mich nicht nur persönlich beschäftigt, sondern auch für meine Klienten und vielleicht sogar für ein kleines Stück dieser Welt von Bedeutung sein könnte.

 

Gibt es etwas, das Menschen leichter zu sich selbst zurückfinden lässt?

 

Meine Gedanken dazu teile ich heute mit dir. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.

 

In mehr als zwei Jahrzehnten habe ich bereits vieles gesehen, gelesen und erfahren. Ich dachte, ich hätte inzwischen fast alles erlebt und gefühlt, was mich auf meinem Weg weiterbringen könnte. Umso mehr hat mich das überrascht, was ich in diesen drei Tagen erlebt habe.

 

Es war, als würden sich in kürzester Zeit Dinge in mir neu ordnen. Von einem Moment auf den nächsten wurden meine Gedanken still und meine Gefühle ruhig. Etwas, das sich über Jahre immer wieder in mir gezeigt hatte, schien plötzlich seinen Platz gefunden zu haben. So schnell habe ich eine innere Neuordnung bisher nur selten erlebt.

 

Und genau in diesem Moment meldete sich mein Verstand.

 

Wie kann das sein?

Ist das wirklich möglich?

Ist das nachhaltig?

 

Mein Körper stellte diese Fragen nicht. Er wusste einfach. Er fühlte Ruhe, Weite und Leichtigkeit. Mein Verstand hingegen wollte verstehen und suchte nach Erklärungen.

 

Also begann ich nach meiner Rückkehr zu lesen, zu recherchieren und mich mit den unterschiedlichsten Sichtweisen auseinanderzusetzen. Doch je länger ich suchte, desto mehr rückte eine andere Frage in den Mittelpunkt.

 

Geht es wirklich darum, immer alles erklären zu können? Spielt es überhaupt eine Rolle, ob der Ansatz Coaching, Hypnose, Therapie oder ganz anders heißt? Oder lautet die viel spannendere Frage nicht vielmehr:

 

Was heilt den Menschen wirklich?

 

Während ich darüber nachdachte, tauchten plötzlich viele Erinnerungen auf.

 

Ich erinnerte mich an Menschen, deren Schmerzen sich unter meinen Händen gelöst haben. An Gespräche, nach denen jemand sichtbar erleichtert nach Hause gegangen ist. An Tränen, die lange zurückgehalten wurden und endlich fließen durften. An Menschen, die mir sagten: „Das habe ich noch nie jemandem erzählt."

 

Und auf einmal wurde mir etwas bewusst.

 

Ich bin keine Ärztin. Keine Therapeutin. Ja, im Grunde genommen bin ich nicht einmal ein Coach.

 

Ich bin ein Mensch.

 

Und ich glaube, das ist das Wertvollste, was ich einem anderen Menschen schenken kann.

 

Ich muss niemanden reparieren. Ich muss niemanden verändern und auch niemanden überzeugen. Ich darf einem anderen Menschen einfach begegnen.

 

In meiner Gegenwart erlauben sich Menschen oft, einfach sie selbst zu sein. Sie legen ihre Masken ab. Sie sprechen Dinge aus, die sie jahrelang mit sich herumgetragen haben. Sie atmen auf. Ihr Körper entspannt sich und etwas kommt wieder in Bewegung.

 

Genau dort beginnt für mich das, was ich Heilung nenne.

 

Auf dem Seminar wurden wir immer wieder eingeladen, uns mit uns selbst zu verbinden. Ein Satz hat dabei etwas tief in mir in Bewegung gebracht:

 

"Wahres Ich von Jeannette, bist du da?"

 

Je länger ich diesen Satz in mir bewege, desto mehr spüre ich, dass genau darin etwas Wesentliches liegt.

 

Tief in uns sehnen wir uns gar nicht nach immer neuen Methoden, Coachingansätzen oder Therapien. Wir sehnen uns vielmehr danach, wieder bei uns selbst anzukommen. Nach Hause zu kommen. Dorthin, wo wir nichts beweisen müssen, wo wir uns nicht vergleichen und wo wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen.

 

In den letzten Jahren habe ich viele Ausbildungen gemacht. Ich habe mich mit Psychologie beschäftigt, mit Hypnose, Kommunikation und vielem mehr. Ich bin dankbar für all dieses Wissen. Und gleichzeitig frage ich mich heute, ob wir nicht im Suchen nach immer neuen Antworten viel zu oft den Blick auf das Wesentliche verlieren.

 

Wir diskutieren über Methoden, Techniken und Konzepte. Wahrscheinlich braucht es sie alle, weil sie unterschiedlichen Menschen auf unterschiedliche Weise helfen und weil sie verschiedene Türen öffnen.

 

Doch was, wenn hinter all diesen Türen dieselbe Kraft steht?

 

Was, wenn Berührung deshalb heilsam sein kann, weil sie einem Menschen das Gefühl gibt, angenommen zu sein?

 

Was, wenn ein Gespräch deshalb verändert, weil sich ein Mensch zum ersten Mal wirklich gesehen fühlt?

 

Was, wenn Vertrauen unserem Körper erlaubt, loszulassen?

 

Und was, wenn hinter all den Methoden, Medikamenten, Therapien und Behandlungen letztlich nur eines steht?

 

Die Liebe.

 

Nicht die romantische Liebe. Und auch nicht die esoterische Liebe. Sondern die Liebe, die zuhört. Die den anderen sieht, ohne etwas zu fordern. Die berührt und die vertraut. Die einen Menschen daran erinnert, dass in ihm längst alles angelegt ist, was er sucht.

 

Ich maße mir nicht an, die Antwort zu kennen. Aber ich spüre, dass darin eine tiefe Wahrheit liegt. Und deshalb werde ich dieser Frage künftig noch mehr Raum geben. Denn ich bin mehr denn je davon überzeugt:

 

Heilung beginnt dort, wo wir aufhören, etwas darstellen zu müssen – und uns stattdessen wieder erlauben, einfach Mensch zu sein.

 

Wenn du magst, dann begegne heute doch einmal einem Menschen einfach als Mensch. Darin liegt oft mehr, als wir im ersten Moment erkennen können. Denn viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern. (Afrikanisches Sprichwort)

 

So beginnt Wandel. Bei einem Menschen, der einem anderen Menschen begegnet. Von Herz zu Herz.

 

Vielleicht haben meine Worte etwas in dir berührt. Dann lass mich gern daran teilhaben: kontakt@jeannetteholl.de. Ich freue mich, von dir zu lesen.

 

Für heute verabschiede ich mich und wünsche dir viele Begegnungen, in denen du einfach Mensch sein darfst.

 

Herzliche Grüße

 

Jeannette




 
 
 

2 Kommentare


Martina T.
vor 9 Stunden

Liebe Jeanette

Ich habe deinen Blog gelesen und ich hatte Tränen vor Freude in den Augen. Ich war auch die drei Tage im Seminar dabei und du hast es wunderschön in Worte beschrieben. Wenn wir einfach Liebe ohne Erwartungen spüren dürfen, was für ein wundervolles Gefühl. Ich liebe die wahren Ich's .

Fühl dich gedrückt und ganz liebe Grüße

Martina T.

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Jeannette Holl
vor einer Stunde
Antwort an

Liebe Martina,


wie schön, dass ich dich berühren durfte. Es ist ein Geschenk für mich, so wunderbaren Menschen wie dir zu begegnen. Schön, dass sich unsere Wege gekreuzt haben.


Danke fürs Lesen und Mitteilen 🙏💚🙏


Liebe Grüße


Jeannette

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