Wenn das Leben zu voll wird
- Jeannette Holl

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Ein herzliches Hallo zu dir! Wie schön, dass du dir gerade einen Moment Zeit für dich nimmst.
Während du diese Zeilen liest, befinde ich mich wieder zur Fastenkur in Bad Muskau. Vor genau 20 Jahren habe ich zum ersten Mal gefastet. Was damals eher ein Versuch war, ist heute zu einem Ritual geworden. Einmal im Jahr gebe ich meinem Körper und meinem Geist ein wenig Raum zurück.
Im letzten Jahr habe ich dich mit „Weniger ist mehr – Vom Verzicht zur bewussten Wahl“ an meiner Fastenreise teilhaben lassen. Auch in diesem Jahr möchte ich dich wieder ein Stück mitnehmen – in ein Ritual der Erneuerung.
Gestern war astronomischer Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel. Jedes Jahr aufs Neue berührt mich diese Jahreszeit, denn ich empfinde den Frühling, neben dem Herbst, als die schönste Zeit des Jahres.
Überall zeigt sich eine kraftvolle und unaufhaltsame Bewegung. Knospen öffnen sich, Farben kehren zurück und das Licht wirkt irgendwie heller. Und auch in mir erwachen die letzten Körperzellen aus ihrem Winterschlaf. Ihre Energie fordert regelrecht ihren Weg von innen nach außen.
Der Frühling zeigt, wie viel Lebenskraft, Kreativität und Mut in der Natur stecken. Und im Grunde auch in jedem von uns.
Das Leben möchte fließen. Es möchte sich entfalten, wachsen, sich bewegen. Und doch versuchen wir manchmal, alles festzuhalten.
Wir sammeln Dinge, Gedanken, Gefühle, Verpflichtungen, Ideen, Termine – und manchmal auch zu viele Kalorien. ;-) Ehe wir uns versehen, tragen wir mehr mit uns herum, als uns guttut.
Dabei ist das Leben meist gar nicht schwer – es ist einfach nur ein bisschen zu voll geworden.
Der amerikanische Philosoph Henry David Thoreau hat einmal einen Satz geschrieben, der erst kürzlich meinen Weg kreuzte:
„Unser Leben wird durch Einzelheiten zerrieben. Vereinfache, vereinfache.“
Wenn du mich schon länger kennst, dann weißt du: ich bin mit Leib und Seele Minimalistin. Nicht aus Strenge oder Askese, sondern aus Liebe zur Einfachheit und zur Freiheit. Mein innerer Kompass zeigt immer wieder in dieselbe Richtung: Klarheit. Und aus Klarheit folgt etwas ganz Natürliches: Loslassen. Und aus dem Loslassen entsteht Leichtigkeit.
Dinge sind nicht dafür gedacht, dass wir sie besitzen. Sie sind dafür da, dass wir sie nutzen. Das gilt für materielle Dinge genauso wie für Gedanken, Gefühle und Erfahrungen. Sie dürfen durch uns hindurchfließen, um uns etwas zu zeigen, uns zu berühren und dann weiterzuziehen.
Doch oft halten wir aus Gewohnheit oder Unwissenheit an ihnen fest. Wir identifizieren uns mit ihnen, als müssten wir sie dauerhaft bei uns behalten. Dabei entsteht Leichtigkeit oft genau dort, wo wir aufhören festzuhalten.
Der Frühling demonstriert uns auf seine ganz natürliche Weise, wie dieses Prinzip funktioniert. Kein Baum hält seine alten Blätter fest. Keine Knospe fragt, ob jetzt wirklich der richtige Moment ist, um sich zu öffnen. Die Natur vertraut und folgt einfach ihrem Zyklus.
Du bist auch Teil der Natur mit einem ganz eigenen Zyklus. In dir gibt es Zeiten des Wachsens, des Innehaltens und des Neubeginns. Vielleicht ist jetzt genau so ein Moment. Ein guter Moment für dein ganz eigenes Ritual der Erneuerung.
Wenn du magst, dann halte kurz inne und frage dich:
Was in meinem Leben ist eigentlich gar nicht schwer, sondern einfach nur ein bisschen zu voll?
Wo darf oder kann ich mein Leben heute ein Stück leichter machen?
Woran halte ich im Innen wie im Außen fest? Und warum?
Nur wenn du loslässt, schaffst du Platz für Neues. Für neue Begegnungen, neue Ideen, neue Sichtweisen und Gedanken.
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, dann lass es mich wissen: kontakt@jeannetteholl.de.
Ich bin gern für dich da.
Und wenn es in deinem Umfeld gerade einen Menschen gibt, dessen Leben leichter werden darf, dann teile gern diese Zeilen.
Ich tauche jetzt wieder ein wenig ab in die Ruhe meiner Fastenkur und vielleicht nimmst du dir auch einen kleinen Moment nur für dich. Du bist es wert.
Genieße noch einen unbeschwerten Tag und lass dich vom Frühling berühren.
Herzliche Grüße
Jeannette

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